Lisa Friedhoff, 25. Mai 2022 Lebensmittelverschwendung: Das musst Du über das MHD und Lagerung wissen

Rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen nach Angaben der Welthungerhilfe weltweit jährlich in der Tonne – etwa ein Drittel dessen, was auf der Welt an Nahrungsmitteln produziert wird. Auch in Deutschland sieht es nicht besser aus: Rund 12 Millionen Tonnen Essen schmeißen wir im Jahr weg – das sind 75 Kilogramm Essen pro Person. Jedes Jahr. Eine riesige Verschwendung – vor allem, wenn man bedenkt, dass gleichzeitig etwa 811 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden

 

Wodurch wird so viel Foodwaste verursacht?

Hauptgrund für die großen Mengen an Lebensmitteln, die im Müll landen: Sie werden bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt oder sie verderben in Lagern, in Supermärkten und in unseren Haushalten. Verderben tatsächlich – oder werden irrtümlich als verdorben betrachtet, weil z.B. das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Was aber genau verbirgt sich hinter diesem Indikator? Wo liegt der Unterschied zum Verbrauchsdatum? Und woran erkennst Du, ob Du ein Lebensmittel wirklich entsorgen musst? In diesem Beitrag nehmen wir das Thema Lebensmittelverschwendung mal genauer unter die Lupe.

 

Mindesthaltbarkeitsdatum – was genau ist das?

Das wichtigste zuerst: Das Mindesthaltbarkeitsdatum – kurz: MHD – bezeichnet nicht das Datum, an dem Du ein Lebensmittel wegwerfen musst! Es ist also kein Ablaufdatum oder Verfallsdatum, sondern benennt lediglich den Zeitpunkt, bis zu dem etwas bei sachgemäßer Lagerung seine besonderen Eigenschaften behält. Etwa den spezifischen Geschmack, die Farbe oder die Konsistenz.

Ist das MHD überschritten, kann es also sein, dass sich Dein Lebensmittel optisch oder geschmacklich ein wenig verändert – was aber nicht bedeutet, dass es damit für den Verzehr nicht mehr geeignet wäre. Lagerst Du Dein Essen korrekt, kannst Du viele Nahrungsmittel auch noch lange über das MHD hinaus mit Genuss verspeisen. Wir Produzenten von Lebensmitteln sind nach dem EU-Recht verpflichtet, unsere Kund*innen mit einem Aufdruck auf der Verpackung über die Mindesthaltbarkeit zu informieren. Bei vielen Verbraucher*innen hat sich allerdings fälschlicherweise die Annahme festgesetzt, dass ein Lebensmittel nach Verstreichen der Mindesthaltbarkeit „abgelaufen“ sei – also nicht mehr genießbar.

 

Was ist das Verbrauchsdatum?

Anders als das MHD bezeichnet das Verbrauchsdatum tatsächlich den Tag, bis zu dem Du ein Lebensmittel verzehrt haben solltest. Verwendet wird es für mikrobiologisch extrem leicht verderbliche Produkte wie Hackfleisch oder Fisch, deren Verzehr nach Ablauf des Verbrauchsdatums ein gesundheitliches Risiko darstellen kann. 

 

Wann ist ein Lebensmittel verdorben?

Woran erkannt man aber nun unabhängig vom aufgedruckten Datum auf der Verpackung, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist oder nicht? Ganz einfach: Verlass‘ Dich auf Deine Sinne! Vor allem unser Geruchssinn ist perfekt dazu geeignet, den Zustand unseres Essens zu bestimmen. Wer einmal verdorbene Milch gerochen hat, weiß beim Schnuppern an der Milchflasche, ob der Inhalt noch trinkbar ist. Die Evolutionsbiologie hat uns aus reinem Selbsterhalt mit der Fähigkeit ausgestattet, verdorbenes Essen zu erkennen: Riecht etwas unappetitlich oder nicht so, wie es riechen soll, lassen wir instinktiv die Finger davon. 

 

Auch die Konsistenz und die Farbe eines Lebensmittels geben Aufschluss über seine Genießbarkeit. Schillert der Schinken grünlich, ist er nicht mehr genießbar. Bildet sich ein weißer Flaum auf der Marmelade, hat sie Schimmel angesetzt. Und entdeckst Du faulige Stellen an einem Apfel, solltest Du ihn besser nicht mehr essen. Sieht seine Haut dagegen nur ein wenig schrumpelig aus, ist er nicht verdorben. Nur eben nicht mehr so knackig. Für einen Apfelkuchen oder Apfelmus dagegen eignet er sich immer noch perfekt.

 

Die meisten Nahrungsmittel, die wir regelmäßig verzehren, können wir eigentlich gut einschätzen. Wir haben nur gelernt, dem MHD mehr zu vertrauen als unseren eigenen Sinnen. Das in Kombination mit einem falschen Verständnis des Begriffs „Mindesthaltbarkeit“ sowie einer Konsumgesellschaft, in der alles im Überfluss vorhanden ist, trägt erheblich zur enormen Lebensmittelverschwendung vor allem in der westlichen Welt bei.

 

Wie bleiben Lebensmittel möglichst lange haltbar?

Der Schlüssel zur Haltbarkeit von Nahrungsmitteln liegt in ihrer Lagerung. Gehst Du hier sachgemäß vor, bleibt Dein Essen lange frisch und Du vermeidest Verschwendung und unnötigen Foodwaste. Außerdem schonst Du damit Deinen Geldbeutel, denn mit jedem Stück Obst und jedem Kanten Brot landet bares Geld in der Mülltonne. Wie genau Du welche Nahrungsmittel am besten lagerst, kannst Du im Detail im Internet recherchieren. Hier einige Faustregeln für die wichtigsten Grundnahrungsmittel:

 

- Heimisches Obst und Gemüse kühl und trocken lagern

- Südfrüchte gehören nicht in den Kühlschrank

- Brot hält sich bei Raumtemperatur in einem Kasten oder Beutel am längsten

- Milchprodukte, Aufschnitt, Fisch und Fleisch müssen in den Kühlschrank

- Eier halten sich ungekühlt ca. drei Wochen. Danach kannst Du sie noch weitere ein bis zwei Wochen im Kühlschrank lagern

- Mehl und Gewürze dunkel und trocken lagern

 

      Extra-Tipp: Kaufe immer nur so viel ein, wie Du tatsächlich verbrauchen kannst. Dann musst Du nichts wegschmeißen, bloß weil Du es nicht rechtzeitig aufessen konntest. Hast Du doch einmal zu viel im Kühlschrank, friere Überzähliges rechtzeitig ein. So bleibt es lange haltbar.

       

      So lagerst Du buah fruits richtig

      Unsere Trockenfrüchte lagerst Du am besten dunkel, trocken und bei Raumtemperatur. Viele der Sorten bleiben auf diese Weise ein Jahr und länger knusprig und lecker. Für die Aufbewahrung verwendest Du einfach die Verpackung der buah Früchte: Wir haben sie so konzipiert, dass sie das Obst vor Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung schützt. Sollten die Früchte trotzdem einmal Luftfeuchtigkeit ziehen, werden sie weicher. Verdorben sind sie deswegen aber nicht! Solltest Du eine Packung buah-Früchte nicht direkt verbrauchen, bewahre den Rest in einem luftdicht verschließbaren Glas auf! Richtig gelagert bleiben unsere buah fruits auch über das MHD hinaus ein gesunder Genuss!